Tom Eckhardt
Röstung & Cupping
Hat sechs Jahre hinter Tresen gestanden, bevor er die erste Trommel anwarf. Macht die Profile und das Cupping. Trinkt seinen Filter ohne alles und findet Latte Art überbewertet.
Die Rösterei · seit 2018
Der Name ist kein Marketing. 214 °C ist die Temperatur, bei der unser erster halbwegs guter Espresso aus der Trommel kam — wir haben den Zettel mit der Kurve heute noch an der Wand.
Tom hat in einer Kaffeebar gestanden, Sava hat Maschinen repariert. 2018 haben wir uns einen gebrauchten Röster aus Triest geholt — ein klappriges 12-kg-Ding, das auf dem Anhänger fast auseinandergefallen wäre.
Die erste Werkstatt war kalt, der Strom reichte kaum, und drei Wochen lang haben wir fast nur Mist geröstet: mal grün im Kern, mal flach, einmal so dunkel, dass die Nachbarn dachten, es brennt.
Irgendwann saß die Kurve. Wir blieben in Ottensen, bauten zwei Rösttage in der Woche auf und merkten: Die Leute kommen wegen der Frische wieder, nicht wegen des Schaums auf dem Foto.
Schritt 01
Wir kaufen über zwei Importeure, die direkt mit Kooperativen arbeiten. Jede Lieferung wird vor dem Kauf bemustert und probegeröstet. Was im Becher nicht überzeugt, kommt nicht ins Sortiment.
Schritt 02
Pro Bohne ein eigenes Profil. Yirgacheffe hell, First Crack bei rund 196 °C, kurze Entwicklung. Cerrado länger, etwas dunkler. Alle Werte stehen im Logbuch, Charge für Charge.
Schritt 03
Zwei feste Rösttage, je rund acht bis zehn Chargen à 12 kg. Mehr machen wir nicht — danach lässt die Konzentration nach, und genau dann passieren Fehler.
Schritt 04
Drei Tage Ruhe, dann Cupping zu zweit, blind. Stimmt etwas nicht, geht das Lot nicht raus. Erst danach wird verpackt, mit Röstdatum auf jeder Tüte.
Röstung & Cupping
Hat sechs Jahre hinter Tresen gestanden, bevor er die erste Trommel anwarf. Macht die Profile und das Cupping. Trinkt seinen Filter ohne alles und findet Latte Art überbewertet.
Technik & Einkauf
Hält die alte Triest-Maschine am Leben und redet mit den Importeuren. Wenn der Röster komische Geräusche macht, weiß Sava meist schon vorher, welche Schraube es ist.
Ehrlich gesagt
Wir machen keinen dunklen Espresso, der nach verbrannt schmeckt. Wer das sucht, wird bei uns nicht glücklich — und das sagen wir lieber vorher als hinterher.
Von 14 bis 18 Uhr ist die Werkstatt offen, es gibt Filterkaffee aus dem aktuellen Lot. An Rösttagen vormittags vorher kurz durchrufen.
Anfahrt & Kontakt